Von Mittwoch bis Samstag bleiben uns noch vier Tage, um New Orleans nun – nachdem der Kongress vorbei ist – etwas genauer zu erkunden. Wir haben uns für 3 Touren entschieden, die uns die Stadt, den Mississippi und die umliegenden Sumpfgebiete etwas genauer zeigen sollen:
Swamp Tour (Mittwoch Mittag)
Wir lassen uns abholen und fahren im Tourbus zuerst über eine lange Brücke über den Lake Pontchartrain nach Slidell und weiter zum Pearl River, wo wir mit ca. 20 weiteren Leuten das Boot besteigen, um den Honey Island Swamp zu erkunden. Der Name “Pearl River” verdankt der Fluss den vielen Perlen, die von den Indianern als Abfall am Flussufer zurückgelassen wurden. “Honey Island Swamp” kommt von einem seltenen Baum, in dem sich Bienen einnisten und aus welchem früher mit viel Aufwand ein spezieller Honig gewonnen wurde. Jedenfalls flitzen wir mit unserem Boot dem Fluss entlang, und zwar so, dass wir unsere Kopfbedeckung festhalten müssen. Wir haben einen lustigen Guide gefunden, der gerne witzelt (z.B. es sei sein erster Tag heute, die Kollegen hackten immer auf dem Neuen rum, hoffentlich habe er nicht vergessen den Tank zu füllen, …) und auch mit Freude um die Kurven donnert! Jedenfalls hängen wir die beiden anderen Boote sofort ab und erkunden Indian Village, wo viele Leute ein Ferienhäuschen haben. (Wie wir in den Bergen oder im Tessin, nur eben am Pearl River.) Dann geht’s rein in den Sumpf. Teilweise wird es eng und das Boot berührt auch dann und wann auf der einen, anderen oder unteren Seite mal einen Baum oder so. Wir sehen einige Schildkröten, einige Vögel und dann als Highlight einen Alligatoren, der für ein Würstchen ein Kunststück vollbringt, indem er für uns aus dem Wasser springt. Dann geht aber wirklich der Motor nicht mehr an. Nach 5 Minuten herumprobieren und Benzin von Hand herumpumpen klappt’s dann wieder und wir verlassen den Sumpf und geben noch einmal Gas auf dem Pearl River.
City Tour (Donnerstag Vormittag)
Als erste Passagiere werden wir im Hotel aufgepickt und haben so eine zusätzliche Stunde im Bus, bis wir alle anderen Gäste an Bord haben. Dann fährt uns René raus aus dem Zentrum rüber in den Lower Ninth Ward, wo während dem Hurrican Katrina der Damm brach. Hier können wir erkennen, dass in New Orleans noch nicht alles beim Alten ist: Viele Häuser sind noch verlassen, eine einzige Schule hat gerade erst wieder geöffnet (vor Katrina waren es vier) und auch an vielen weiteren Dingen fehlt es hier. An vielen Häusern sind Kreuze und Zahlen erkennbar, die während der Flut angebracht wurden, um zu kontrollieren, wer hier noch wohnte und wie sein oder ihr Gesundheitszustand war. Auch Fats Domino (bekannt für Songs wie “Blueberry Hills” oder “I’m Walkin’”) ist jedenfalls noch nicht zurück. Andere Persönlichkeiten engagieren sich stark: So z.B. Brad Pitt, der mit seinem Projekt “Make It Right” zahlreiche Häuser (mit teilweise etwas spezieller Architektur) im Lower Ninth Ward gebaut hat. Die Tour führt uns weiter vorbei an einem Pumpwerk (da weite Teil der Stadt unter Meereshöhe liegen, muss nach jedem Regen das Wasser weggepumpt werden!) zu einem der vielen Friedhöfe New Orleans und schlussendlich in die wohlhabenderen Gegenden, die von Katrina kaum oder nur relativ schwach betroffen wurden.
Harbor Jazz Cruise (Donnerstag Nachmittag)
Die Natchez ist das letzte Dampfschiff New Orleans und bietet Lunch- und Dinner-Cruises mit Live-Jazz an. Wir nehmen die Lunch-Tour (ohne Lunch), um mit dem Raddampfer den drittlängsten Fluss der Welt (jawohl, der Mississippi kommt nach Amazonas und Nil auf Rang 3) zu erkunden. Die Tour führt uns stromabwärts und wir passieren einige beeindruckende Tanker und Frachtschiffe. Diese Schiffe kommen vom Meer 100 Meilen den Mississippi rauf um hier ab- oder umzuladen. Auf dem Rückweg gehen wir in den Maschinenraum und sehen uns das Rad am Heck des Schiffs an. Nach der Fahrt gibt es noch ein Konzert einer Orgel auf dem Dach des Schiffs, die mit Dampf betrieben wir – Sehr schön tönt es zwar nicht, aber die Touristen mögen es trotzdem
























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