Tag Archive for 'golden gate bridge'

Seeelefanten und der San Andreas Graben

S.F. ist halt schon eine Metropole. Hier findet momentan gerade das “Fall Meeting” der AGU (Amercian Geophysical Union) statt, wo berühmte Geologen eingeladen werden um ihre Dissertation vorzustellen. Und wenn Patrizia und Vali schon einige Tage hier verbringen, dann treffen wir sie auch und erforschen den San Andreas Graben, die Seeelefanten von Point Reyes und natürlich die Weine des Sonoma Valleys:

Am Donnerstag lösen wir unsere ‘Hochzeitsschuld’ ein und fahren mit den beiden Neuankömlingen über die Golden Gate Bridge nach Sausalito, wo es in “le garage” ein Superznacht gibt. Hier ist der Kellner ein echter Franzose und der Küchenchef hat schon in Sion gearbeitet!

Nach einem Ruhetag folgt dann am Samstag die grosse Ausfahrt: Wir fahren nordwärts zum Point Reyes, wo wir zuerst den San Andreas Graben auf dem Earthquake Trail begutachten. Anschliessend bestaunen wir die Seeelefantenkolonie am Chimney Rock und beobachten den einzelnen badenden Bullen ganz vorne am Kap.

Danach führt die Fahrt landeinwärts über Hügel, vorbei an Rehen, Kühen und Olivenbäumen nach Petaluma und dann weiter durchs Weingebiet nach Sonoma. Dort lassen wir uns in der Adobe Road Winery vier rote Premium-Weine einschenken — natürlich immer ins selbe Glas: wir sind ja in den USA ;-)

Nach dem Apero speisen wir im bewährten Swiss Hotel, wo sie den Espresso nach “europäischer Art” mit einem “Lemon Twist” (einem Stück Zitronenschale) servieren…

Wie aus dem 1. Adventsausflug ein zweitägiger Überraschungstrip wurde

Geplant war eigentlich ein sonntäglicher Adventsausflug über den Hwy 1 nach San Francisco…

Am Vormittag beim Packen kann ich aber meinen neuen Pulli nicht finden. Sarah meint, ev. habe sie ihn mit einigen von ihren Kleidern im Schober vetstauen lassen.

Wir kurven also zur Halfmoon Bay und dann entlang dem Hwy 1 nordwärts. Ein erster Stopp machen wir beim Rockaway Beach. Von hier führt ein kurzer Spaziergang auf den Hügel, von wo man die zahlreichen Surfer am Pacifica State Beach beobachten kann. Weiter fahren wir der Küste entlang, über den Great Highway und dann zum Point Lobos. Dort dann im Sutro Heights Park das Geständnis: Pulli eingepackt – wir gehen heute abend nicht nach Hause zurück! Ok – damit kann ich leben. Also fahren wir über die Golden Gate Bridge via Muir Beach zum Stinson Beach. Dort setzen wir uns in den Sand und mampfen einen Burger. Gestärkt führt die Fahrt weiter nach Bodega Bay. Leider ziehen nun einige Wolken auf. Das stört uns nicht: Wir haben die King’s Suite im Harbour Inn und die tollen Seafood Linguine im Sandpiper Restaurant schmecken auch ohne Sonnenschein. Abgesehen davon ist es um 18 Uhr eh schon stockfinster.

Am nächsten Morgen wird im Motelzimmer gefrühstückt: selbst-gebackener Zopf, feiner Anke (ungesalzen), feiner Käse (Brie und ein “emmenthaliger” Hartkäse), feine Konfi (Rasperry), feiner O’Saft und immerhin trinkbarer Kaffee (aus dem Coffeemaker). Dann folgt die nächste Überraschung: um halb zehn werden wir beim Hafen erwartet — zum Segeln!

Wir treffen Rich, der als Ranger hier in Bodega Bay arbeitet und daneben viel herumsegelt. Er nimmt uns mit in seinem Boot raus in die Bucht. Beim Verlassen des Hafens begrüssen uns schon die Seelöwen auf dem Bodega Rock und ausserhalb des Riffs, welches hier entlang des San Andreas Grabens die Grenze zwischen Bucht und offenem Ozean bildet, wellt es ziemlich. Verfolgt werden wir von zahlreichen Krabbenkuttern. Die haben nämlich gestreikt und deshalb gab es keine Dungeness Crabs zu Thanksgiving. (Einige Leute an der Küste ziehen die Krabben dem Truthahn vor.) Jedenfalls scheint es, die Fischer konnten sich mit den Händlern auf einen Kilopreis einigen und jetzt fahren alle aufs Mal raus. Morgen werden die Leute Schlange stehen um die frischen Krabben zu kaufen! Auf dem Rückweg muss sich Rich noch für seinen Dieselmotor entschuldigen, der drei Mal wegen Luft in der Dieselzufuhr den Geist aufgibt. Wir treiben halt ein wenig in der Hafeneinfahrt herum, aber nicht so schlimm.

Zurück am Festland erwärmen wir uns bei Seafood Chowder im Tides Restaurant — bekannt als Kulisse für Alfred Hitchcock’s “The Birds”. Auf der Rückfahrt machen wir einen kleinen Abstecher zum Point Reyes. Dort steigen wir die 300 Stufen zum Leuchtturm hinunter. Kaum sind wir unten wird der Hügel auch schon vom Nebel verdeckt. Durch den Nebel geht es zurück zum Auto und weiter in Richtung San Francisco.

Auf der Suche nach einer Toilette landen wir beim Cavallo Point, von wo man eine tolle Aussicht auf die Golden Gate Bridge hat. Fast schon zu Hause, beenden wir den Ausflug mit einem japanischen BBQ in Menlo Park. Hier ist dann Sarah überrascht: Nämlich als sie beim Auftischen des Fisches und Fleisches merkt, dass man das ja selbst grillieren muss ;-)

Philipp & Co

Heather – die Projektleiterin der Forschungsgruppe in “moral education” war sprachlos, als sie mich am Donnerstag an der School of Education gesehen hat und fragte mich später fast etwas neidisch :-) “was tust du denn mit 6 jungen Männern im Schlepptau?!”. Eine ganz simple Antwort – “Stanford zeigen”. Aber alles der Reihe nach. Mein Bruder, Philipp, beschliesst mit 3 Gymikollegen nach San Diego zu reisen um dort Flo (ebenfalls ein Kollege aus Gymizeiten) zu besuchen, der für 5 Monate dort gelebt, gesurft und englisch gelernt hat. Gemeinsam reisen sie nordwärts über Las Vegas und alle sehenswerten Orte nach San Franciso. Ich freue mich selbstverständlich riesig auf unser Wiedersehen, und staune nicht schlecht, als ich am Mittwochabend Philipp in “American Style mit Schnauz” in die Arme nehme. Der Zufall will es, dass Sebastians Kollege (ebenfalls vom Gymi) Matthias auch noch in Palo Alto ist und so essen wir alle gemeinsam in unserem Garten Spaghetti Bolognese. Es wird ein lustiger Abend und ich fühle mich unter 7 Männern puddelwohl :-) . Am Donnerstag gibt es für Philipp, Jan, Manuel, Tim und Flo eine kurze Besichtigung von Stanford bevor ich in ein 2stündiges Meeting muss und Sebastian mit ihnen essen geht. Anschliessend ziehen die Jungs weiter nach San Francisco.  Dort treffen wir sie dann am Freitagnachmittag und mieten beim Pier 39 drei Tandems und ein Bike. Leider ist die Golden Gate Bridge etwas im Nebel und die Fahrt dorthin wird ziemlich windig und kühl. Aber ein Erlebnis ist es auf jeden Fall und Action haben wir auch. Plötzlich hornt es von allen Seiten und ein riesen Aufgebot an Polizei und Feuerwehr rast auf die Brücke und unter die Brücke zum Fort Point.  Anscheinend versuchte einer von der Brücke zu springen, er wird dann aber gepackt und wir haben freie Fahrt über die Brücke. Bei einem feinen Fischessen am Fishermen’s Wharf mit tollem Blick auf Bay und Alcatraz wärmen wir uns auf, bevor die Jungs dann weiter in einen Club ziehen und wir uns wieder in den Caltrain zurück nach Palo Alto setzen.

Besuch aus der Schweiz (Part III)

Der zweite Ausflug mit Regula und Sepp führt in den Norden: Wir umfahren die Bucht von San Francisco und erreichen die Stadt Napa, am Südende des nach ihr benannten Tals: dem Napa Valley. Nun folgen rechts und links der Strasse ein Weingut nach dem anderen. Über 450 Weingüter ziehen jährlich 4.5 mio Besucher an – diese Jahr auch uns 4 Schweizer.

In St. Helena stoppen wir bei einem der ältesten Weingüter: den Beringer Vineyards (ausgeprochen [beringscher]). Der Tipp stammt von unserem Nachbarn in Palo Alto – er meinte, die haben in den Berg gebaute Weinkeller und bieten Gratistouren an. Die Keller gibt es noch, die Gratistouren aber nicht! Jedenfalls lohnt sich die Tour, um etwas zur Geschichte und zum Weinanbau zu lernen. Bei Degustation können die Weinfässer und -flaschen in den Kellern bestaunt werden und, die drei Weine, die uns zum probieren geboten werden, sind lecker!

Nach einem Jass in einer Gartenbeiz in Calistoga wechseln wir das Tal im Wine Country: Über die Hügel geht es küstenwärts ins etwas weniger touristische Sonoma Valley, wo wir für die Nacht ein nettes Zimmer im Sonoma Creek Inn reserviert haben. So gefällt uns allen die Stadt Sonoma auf anhieb mehr als Napa – hier befinden sich alle Restaurants und Shops um den zentralen Platz, gleich daneben die Mission der Franziskaner und meine privaten Vineyards. Zudem fühlt man sich hier wohl, wogegen Napa für meinen Geschmack schon ein bisschen zu perfekt rausgeputzt ist. Im Swiss Hotel essen wir Znacht – gut, aber kein Bisschen schweizerisch ;-) . Das Gebiet um die Sonoma Plaza gefällt uns so gut, dass wir gleich morgen früh nochmals vorbeikommen zum europäischsten Frühstück ever in den USA im Basque Café – sehr zu empfehlen!

Auf dem Highway 101 überqueren wir die Golden Gate Bridge und verteten uns an deren Südende noch ein letztes Mal die Füsse, bevor wir weiterfahren und im Flughafen-Food-Court einen letzten Jass klopfen und wiederum keine Chance haben,  wonach Regula und Sepp in den Flieger steigen und schon wieder zurück in die kühle Schweiz fliegen…

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