Geplant war eigentlich ein sonntäglicher Adventsausflug über den Hwy 1 nach San Francisco…
Am Vormittag beim Packen kann ich aber meinen neuen Pulli nicht finden. Sarah meint, ev. habe sie ihn mit einigen von ihren Kleidern im Schober vetstauen lassen.
Wir kurven also zur Halfmoon Bay und dann entlang dem Hwy 1 nordwärts. Ein erster Stopp machen wir beim Rockaway Beach. Von hier führt ein kurzer Spaziergang auf den Hügel, von wo man die zahlreichen Surfer am Pacifica State Beach beobachten kann. Weiter fahren wir der Küste entlang, über den Great Highway und dann zum Point Lobos. Dort dann im Sutro Heights Park das Geständnis: Pulli eingepackt – wir gehen heute abend nicht nach Hause zurück! Ok – damit kann ich leben. Also fahren wir über die Golden Gate Bridge via Muir Beach zum Stinson Beach. Dort setzen wir uns in den Sand und mampfen einen Burger. Gestärkt führt die Fahrt weiter nach Bodega Bay. Leider ziehen nun einige Wolken auf. Das stört uns nicht: Wir haben die King’s Suite im Harbour Inn und die tollen Seafood Linguine im Sandpiper Restaurant schmecken auch ohne Sonnenschein. Abgesehen davon ist es um 18 Uhr eh schon stockfinster.
Am nächsten Morgen wird im Motelzimmer gefrühstückt: selbst-gebackener Zopf, feiner Anke (ungesalzen), feiner Käse (Brie und ein “emmenthaliger” Hartkäse), feine Konfi (Rasperry), feiner O’Saft und immerhin trinkbarer Kaffee (aus dem Coffeemaker). Dann folgt die nächste Überraschung: um halb zehn werden wir beim Hafen erwartet — zum Segeln!
Wir treffen Rich, der als Ranger hier in Bodega Bay arbeitet und daneben viel herumsegelt. Er nimmt uns mit in seinem Boot raus in die Bucht. Beim Verlassen des Hafens begrüssen uns schon die Seelöwen auf dem Bodega Rock und ausserhalb des Riffs, welches hier entlang des San Andreas Grabens die Grenze zwischen Bucht und offenem Ozean bildet, wellt es ziemlich. Verfolgt werden wir von zahlreichen Krabbenkuttern. Die haben nämlich gestreikt und deshalb gab es keine Dungeness Crabs zu Thanksgiving. (Einige Leute an der Küste ziehen die Krabben dem Truthahn vor.) Jedenfalls scheint es, die Fischer konnten sich mit den Händlern auf einen Kilopreis einigen und jetzt fahren alle aufs Mal raus. Morgen werden die Leute Schlange stehen um die frischen Krabben zu kaufen! Auf dem Rückweg muss sich Rich noch für seinen Dieselmotor entschuldigen, der drei Mal wegen Luft in der Dieselzufuhr den Geist aufgibt. Wir treiben halt ein wenig in der Hafeneinfahrt herum, aber nicht so schlimm.
Zurück am Festland erwärmen wir uns bei Seafood Chowder im Tides Restaurant — bekannt als Kulisse für Alfred Hitchcock’s “The Birds”. Auf der Rückfahrt machen wir einen kleinen Abstecher zum Point Reyes. Dort steigen wir die 300 Stufen zum Leuchtturm hinunter. Kaum sind wir unten wird der Hügel auch schon vom Nebel verdeckt. Durch den Nebel geht es zurück zum Auto und weiter in Richtung San Francisco.
Auf der Suche nach einer Toilette landen wir beim Cavallo Point, von wo man eine tolle Aussicht auf die Golden Gate Bridge hat. Fast schon zu Hause, beenden wir den Ausflug mit einem japanischen BBQ in Menlo Park. Hier ist dann Sarah überrascht: Nämlich als sie beim Auftischen des Fisches und Fleisches merkt, dass man das ja selbst grillieren muss
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