We’re back!

So, die Zeit in Kalifornien ist vorbei — seit gestern sind wir wieder in der Schweiz!

Neben vier randvollen Koffern — mit etwas Übergewicht, haben wir aus dem sonnigen Kalifornien viele tolle Erinnerungen mitgebracht: Wir haben schöne Ausflüge gemacht, aber auch eine wunderbare Zeit in Stanford und Palo Alto verbracht. Hier haben wir gute Leute kennengelernt, die zu Freunde wurden, welche wir vermissen werden. Und wahrscheinlich haben wir uns auch ein klein wenig an den Amercian Way of Life gewöhnt. Aber keine Angst, das folgende Bild ist also nicht echt.

Am Besten macht ihr euch selbst ein Bild davon, inwiefern wir uns verändert haben. Wir freuen uns auf euch!

Goodbye to ‘The City’

Es ist Samstagmorgen, die Sonne scheint und es wird ein warmer Februartag. Ein idealer Zeitpunkt, um San Francisco, genannt ‘The City’, einen letzten Besuch abzustatten, bevor es dann zurück in die kalte Schweiz geht:

Um halb elf morgens verlassen wir den Zug und stechen entlang der 4th Street ins Herz von San Francisco. Heute sind wir nicht alleine unterwegs: An der Market Street tummeln sich zahlreiche Einkaufswillige auf Shoppingtour. Wir spazieren hinauf zum Union Square und folgen der Stockton Street durch Chinatown hindurch. Auch hier wird gehandelt und gemärtet, allerdings mit 75ct-Blumenkohl und anderen Frischwaren.

Die Stockton Street führt uns nach Little Italy, wo wir ein Restaurant suchen, in dem die Warteschlange nicht allzu lange ist. Fündig werden wir im Caffé Roma. Hier sitzen wir draussen an der Columbus Street und verdrücken die feinen Panini. Gestärkt nehmen wir den Aufstieg zum Telegraph Hill in Angriff.

Auf dem Telegraph Hill steht der 1933 errichtete Coit Tower. Eine kurze Fahrt in einem alten Lift, gefolgt von einer 2-stöckigen Wendeltreppe bringt uns aufs Aussichtsdeck. Hier hat man eine wunderbare Rundumsicht von Downtown über die Bay, den Pier 39 und Alcatraz, bis zur Golden Gate Brücke und den Quartieren von San Francisco, die sich über den Hügeln zwischen Bay und Pazifik erstrecken.

Über die Lombard Street verlassen wir den Telegraph Hill und biegen rechts ab auf den letzten Abschnitt der Stockton Street, die uns hinunter zu Pier 39 führt.

Wow, hier hat es ja noch mehr Leute! Wir schlendern durch die Souvenir-Shops, schauen ein letztes Mal bei den Seelöwen vorbei und ruhen uns dann im etwas weniger bevölkerten oberen Stock des Piers auf einem Bänkli bei Glace und Kaffee aus. Ja, es ist ein Rummelplatz und ja, wohl auch eine Touristenfalle — aber trotzdem macht es Spass, hier zu sonnen und dem emsigen Treiben zuzuschauen ;-)

Langsam versinkt die Sonne hinter den Hügeln. Wir machen uns auf den Weg, vorbei an der “Queen Elizabeth”, die gerade vor Anker liegt, und schlendern entlang den Piers zur Ferry Plaza. Mit dem Verschwinden der Sonne, kommt ein leichtes Hüngerchen auf. Wir entscheiden uns für “Gordon Biersch”, die Brauerei gleich unterhalb der Oakland Bay Bridge. Hier gibt es Fleisch vom Grill und ein saisonales Spezialbier, oder halt eine Strawberry-Lemonade.

San Francisco, eine tolle Stadt — bald leider nicht mehr in einer einstündigen Zugfahrt erreichbar, aber das wird uns auf Dauer kaum fernhalten.

Abschiedsessen

Die Zeit fliegt an uns vorbei und langsam aber sicher wird uns bewusst, dass wir bald wieder im Flugzeug sitzen. In diesem Jahr haben wir viele für uns wichtige Personen kennen und schätzen gelernt. Viele sehr kompetente Wissenschaftler haben sich für meine Anliegen Zeit genommen und mir in meinem Dissertationsprozess geholfen. Und die Forschungsteams zweier unterschiedlicher Departemente haben mich in ihren Meetings Willkommen geheissen. Allen gebührt ein grosses Dankeschön. Dann gibt es hier aber noch ein paar Personen, die uns auch auf persönlicher Ebene wichtig geworden sind und die wir als unsere Freunde bezeichnen. Dies sind Katy, Enrique, Jessica, Anna und Evan. Um uns richtig von ihnen zu verabschieden, haben wir alle zu einem Znacht im Miyake (Sushi und Bento Box) eingeladen. Und alle kommen sie mit ihren Familien und Partnern. Es wird ein lustiger, schöner und gemütlicher Abend. Die Überraschung folgt bei der Bezahlung: Wir laden ein und werden eingeladen! Das heisst, wir haben das Abschiedsessen organisiert, doch dass wir bezahlen wollen, akzeptieren unsere “Gäste” gar nicht. Amerikanische Tradition sei, dass wenn jemand geht, er oder sie eingeladen wird. Eine sehr schöne Geste, die bei mir aber ein bisschen ein schlechtes Gewissen hinterlässt: Abschiedsgeschenke erhalten wir nämlich auch noch. Wenigstens dürfen wir dann im Paris Baguette zu Dessert und Kaffee einladen. Ja wir werden euch alle vermissen!

Kleine Ausflüge

Seit wir unser Auto verkauft haben, müssen wir uns mit kleineren Ausflügen begnügen. So waren wir letzten Samstag im San Antonino Shopping Center einkaufen, was mit 45 Minuten hin und 45 Minuten zurück schon einer kleinen Wanderung nahekommt. Am Sonntag haben wir dann den Zug genommen und sind 4 Stationen nordwärts, nach Redwood City gefahren. Dort sind wir durch den historischen Distrikt geschlendert, haben die Gebäude und Schaufenster angeschaut, bevor wir uns dann gemütlich zum Kaffee hingesetzt haben — bei Sonnenschein und draussen, versteht sich!. Anschliessend amüsierten wir uns mit George Clooney in “The Descendants” — den anderen Grammy-Abräumer (“The Artist”) haben wir schon gesehen. Vor der Heimfahrt blieb noch gemütlich Zeit für Seafood-Linguini, resp. Saffron-Capellini im Portobello Grill — es gibt sie nämlich schon, US-Restaurants, wo man wirklich feine Pasta erhält!

Die Möglichkeit für einen etwas weiteren Ausflug ergibt sich bereits am Montag, als nämlich Chrigu in Stanford mittags einen Professor interviewt: Nachdem wir kurz den Main Quad, die Memorial Church, den Hoover Tower besucht und uns mit Kaffee im Coupa Café gestärkt haben, fahren wir im allabendlichen Stop-n-Go-Verkehr auf dem 101 nach San Jose. Hier dann die Enttäuschung: Victorias’ Tipp, das “Los Cubanos” ist geschlossen — wir haben doch noch extra im Internet nachgeschaut! Aber ihr wisst ja: Nicht alles was im Internet steht ist wahr ;-) . Nach dem Frust-Bier im Old Wagon Salon gehen wir ins “71 Saint Peter Mediterranean Grill”. Michelin Guide und Zagat-Rated versprechen nicht zu viel: Die Soup-of-the-Day, eine Butternutsquash-Suppe (länglicher Kürbis), schmeckt wunderbar und die 3 Pasta-Dishes — Mushroom-Ravioli, Gnocchi mit Chicken und Seafood-Linguini — begeistern ihre neuen Besitzer bis zum letzten Biss!

Macworld | iWorld

Alljährlich findet hier in San Francisco, nicht weit vom Apple Hauptquartier in Cupertino und noch weniger weit von unserem Quartier in Palo Alto, die Apple-Zubehör-Messe “Macworld | iWorld” statt.

Wir fahren also im Caltrain nach San Francisco und gehen dort ins Moscone Center West, wo wir unsere Badges umhängen und anschliessend die Messehalle betreten. Wir spazieren durch die Stände, hören einigen Präsentationen zu und lassen uns Produkte erklären. Okay — jede Menge IPhone-Hüllen und IPad-Halterungen — nicht gerade Wahnsinn, aber das war wohl zu erwarten. Daneben Kopfhörer, portable Lautsprecher und jede Menge Software resp. Apps. Was mir zudem auffällt, sind diverse mobile Scanner — Das wird wohl der nächste Hit: Unterwegs Kassenzettel direkt aufs IPad scannen ;-)

Nach den etwas überteuerten Sandwichs ergattern wir uns doch noch ein kleines Andenken, bevor wir uns in den zweiten Stock begeben. Hier hören wir zwei Präsentationen im “Music Studio”. Die beiden Präsentatoren sind Angestellte des “Berklee College of Music” (man beachte die Schreibweise und merke ≠ Berkeley). Die erste Präsentation ist sehr gut, wenn auch etwas simpel für unblutige Anfänger. Die zweite ist wirr und wenigsagend, wird dafür mit etwas Jazz an der Gitarre aufgelockert.

Es ist 17 Uhr, wir verlassen die Macworld. Bereuen tun wir unseren freitäglichen Besuch in San Francisco nicht. So begeistert, dass wir nächstes Jahr extra anfliegen werden, sind wir aber auch nicht…

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